Sonstiges
23. 05. 2019

ZUSAMMEN:ÖSTERREICH

Artikel verfasst von  Uli Taferner

Claudia Rindler maturierte 2005 am Peraugymnasium und arbeitet mittlerweile beim Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF). Im Rahmen unserer Absolventenworkshops anlässlich des 150-Jahr-Jubiläums luden wir sie ein, unseren 7. Klassen das Thema „Integration“ näherzubringen. Sie kam mit einer Kollegin und zwei Integrationsbotschaftern. Der eine, Hassan, kommt aus Syrien; er stellte 2015 einen Asylantrag und lebt seither in Österreich. Die andere, Elena, hat Migrationshintergrund (ihr Großvater kam als Gastarbeiter nach Österreich, ihr Vater, ein Bosnier, heiratete ihre Mutter, eine Österreicherin, sie selbst wurde in Wien geboren). Der ÖIF hilft Flüchtlingen und ZuwanderInnen bei ihrem Integrationsprozess in Österreich mit Beratung und Information. Schulbesuche wie der bei uns helfen dabei, das Verständnis füreinander auf beiden Seiten zu fördern. Oder, wie es Herr Direktor Petautschnig ausdrückte, der interessiert zuhörte: „Es ist etwas anderes, ob man in der Zeitung von Flüchtlingen liest – oder ob man einem Menschen aus Fleisch und Blut zuhört, der seine Geschichte erzählt. Die direkte Begegnung ermöglicht eine ganz neue Annäherung.“ Vorurteile beiseiteschieben und stattdessen zuhören und miteinander ins Gespräch kommen, das ist die Botschaft des ÖIF in dieser Vortragsstunde.

Während Elena klassisches Standarddeutsch spricht (kein Wunder, sie lebt ja bereits in der dritten Generation in Österreich), kämpft Hassan noch mit der deutschen Sprache – trotzdem verstand man gut, was er sagte bzw. sagen wollte. Nur im Ausnahmefall wich er ins Englische aus. Und da sind es wohl zwei Sätze, die dem Publikum in Erinnerung bleiben werden. Gefragt, welche Frage ihm in Österreich [zu seiner Heimat] am öftesten gestellt werde, lachte er und meinte: „Am häufigsten werde ich gefragt: Do you have camels?“ Und was ist ihm selbst am wichtigsten? Da wurde er ernst und sagte: „Ich will etwas tun. Und ich habe das Credo: Accept and speak!“

Zum Abschluss gab es von Seiten der Moderatorinnen/Organisatorinnen noch ein paar aktuelle Zahlen zum Nachdenken. 23 % der österreichischen Bevölkerung haben Migrationshintergrund. 2015 wurden 90.000 Asylanträge gestellt, 2018 waren es 14.000. Aktuell beträgt die Bevölkerung Österreichs 8,86 Millionen. Das Miteinander ist immer eine große Herausforderung. Es braucht gegenseitigen Respekt und das Einhalten von Spielregeln, auf beiden Seiten, damit es gelingen kann. Initiativen wie die des ÖIF tragen zu einem erfolgreichen Miteinander bei. Der Vortrag löste Denkimpulse aus. Wir danken Claudia Rindler für ihren Besuch!

Gelesen 416 mal Letzte Änderung am 22. 08. 2019
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