Home

Anmeldung - Login

Login
12. 09. 2018

V. Wagner erreicht 3. Platz bei Schreibwettbewerb

Artikel verfasst von 

Wieder können wir einer sehr erfolgreichen Schülerin unserer Schule zu einem großartigen Erfolg gratulieren. Victoria Wagner (4F) erreichte den hervorragenden 3. Platz beim Schreibwettbewerb der Neuen Fruchtbaren Gesellschaft Köthen-Anhalt, die Preisverleihung erfolgte anfang September in Köthen.

Dies ist der
preisgekrönte Text Victorias:

Tastaturmenuett

Ich sitze an meinem Laptop, meine Finger fliegen über die Tastatur. Klack, Klack. Ich spüre die Energie, die von dem Text ausgeht, bin mittendrin in meiner Geschichte. Ich spüre den sanften Wind, schmecke Salz auf meiner Zunge. Die Wörter vor meinen Augen haben keine Bedeutung für mich, ich sehe nur mich und die Geschichte. Ein Wort allein hat keine Bedeutung, zusammen mit vielen anderen bildet es aber ganze Bilder voller Gefühle und Wahrnehmungen. Komisch, dass ich mir noch nie Gedanken darüber gemacht habe. Sprache ist wie ein fest gewobener Teppich, tausend bunte Fäden ergeben einzigartige Muster. Jeder Teppich ist besonders. Ein Text ist Sprache auf Papier, Gedanken sind Sprache im Kopf.

Für mich ist Sprache wie eine Sinfonie, perfekt und doch einzigartig. Die Buchstaben klingen in meinen Ohren wie Töne, jedes Wort ist ein Takt. Manchmal beginnt sie langsam und wird immer schneller, steigert sich zu Höhepunkten. Fröhliche (allegro) und wütende (arrabbiato) Abschnitte, ebenso wie laute (forte) und leise (piano), kann man in der Sprache hören. Man muss nur genau hinhören, um das Lied zu bestimmen.

In der Geschichte, die ich gerade schreibe, ist es ein leises, fröhliches Lied. Ich meine, das Meeresrauschen in ihm zu hören, die Wärme zu spüren. Ich bin mitten in meiner Melodie, meine Finger tippen im Takt. Doch plötzlich kommt Wind auf, das Meer wird rau. Die Musik wird hektischer, grober. Ich spüre, wie Menschen schnell alles zusammenpacken und einen Unterschlupf suchen, höre den Regen, der ins Wasser tropft. Zuerst langsam, dann immer schneller. Auch der Wind wird stärker. Das Lied erreicht seinen Höhepunkt, dann wird es langsam ruhiger. Das Unwetter hat aufgehört, einziger Zeuge davon ist noch der nasse Sand. Aus der Melodie kann man die Erleichterung der Menschen hören, die aus den Unterschlüpfen herauskommen. Langsam kommt die Sonne heraus und trocknet den Sand. Das Lied ist vorbei, meine Geschichte fertig.

Gelesen 510 mal
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok