Geschichte des Peraugymnasiums


Woher kommt der Name "Perau"?


Unser Schulgebäude steht nahe dem Stadtzentrum in der Peraustraße, die diesen Namen trägt, weil sie zur Perau führt. Die Perau ist ein Stadtteil von Villach, früher war sie ein Dorf an der Drau südöstlich der Stadtsiedlung gelegen. Der Name stammt vom slowenischen Wort perav(a) ("morsch") ab und soll wohl einen Wald mit morschen Bäumen bezeichnen. Das erste schriftliche Zeugnis mit der Bezeichnung Perowe stammt aus dem Jahre 1212.

(Nach Kranzmayer, Ortsnamenbuch von Kärnten, 1958, Hrsg.: Verlag des Geschichtsvereines für Kärnten)

Schulgeschichte

Die hier aufrufbaren Seiten wurden von Prof. Hans Strobl nach Berichten angefertigt, die Prof. Johannes Buchacher unter Mitarbeit von Prof. Dr. Herwig Leipold anlässlich des 125-jährigen Bestehens der Schule im Jahre 1994 in der Schrift 125 JAHRE GYMNASIUM PERAU - ZUR GESCHICHTE DER SCHULE zusammengestellt hat. Die Aktualisierungen bis zur Gegenwart werden von Prof. Buchacher und Prof. Ewald Guntsche vorgenommen. Als Informationsquellen dienen die regelmäßig erscheinenden Jahresberichte der Schule.

Die Redaktion ist dankbar für Hinweise auf notwendige Korrekturen oder Ergänzungen und bittet im Anlassfall um Kontaktaufnahme per Mail.

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Gründung der Schule

1864 Nach der Eröffnung der Eisenbahnstrecke Klagenfurt - Villach (1864) und Friesach - St.Veit - Villach (1868) mit der späteren Weiterführung nach Tarvis und Franzensfeste ist Villach ein Knotenpunkt von bedeutenden Verkehrswegen geworden.
1869 In Kärnten gibt es nur drei Mittelschulen: in Klagenfurt ein Obergymnasium und eine Oberrealschule, in St.Paul ein Untergymnasium mit Konvikt. Das Obergymnasium in Klagenfurt ist völlig überfüllt. Daher tritt die Gemeinde Villach an den Kärntner Landtag mit dem Wunsch nach Errichtung eines Gymnasiums heran.
17. 7.1869 Kaiserliche Bewilligung zur Führung eines Untergymnasiums in Villach. Vertraglich wird festgelegt, dass die Gemeinde Villach ein passendes Gebäude zur Verfügung stellen und für die Ausstattung, Instandhaltung und Betriebsmittel (zB. Heizung) sorgen muss.
19.10.1869 Unterrichtsbeginn mit einer 1. Klasse mit 33 Schülern zwischen 10 und 17 Jahren im Tanzsaal des Landerlschen Gasthauses (heute Hauptplatz Nr.13). Provisorischer Leiter ist Prof. Johann Krassnig (Deutsch und Latein), ein weiterer Professor übernimmt den Unterricht in den anderen Fächern. 1871/72: drei Klassen, Mitnutzung des Bürgerspitals in der Khevenhüllergasse.
17.12.1869 Der Gemeinderat beschließt die Errichtung eines Schulgebäudes zur Aufnahme des Realgymnasiums, der Bürgerschule und der Volksschule. Der Baugrund wird von Jakob Ghon und Franz Kasmanhuber geschenkt, die Villacher Bürgerschaft spendet innerhalb weniger Tage 30.000 fl. für den Bau.
29. 8.1870 Baubeginn. Architekt: Prof. J. Horky (Graz), Baumeister: Ernst Willroider.
 7.10.1872 Eröffnung des neuen Schulgebäudes in der Peraustraße unter Bürgermeister Paul Hauser.

Der fertiggestellte Westflügel (1872)

 

Schülerzahlen von 1869 bis 1935

JahrZahlVermerke zur Schüler- und Klassenzahl... zur Herkunft
1869 33 Eine Klasse mit Schülern zwischen 10 und 17 Jahren Bis 1874 sind 50% der Schüler aus Villach, die übrigen vor allem aus Oberkärnten. Bis 1890 sind 80% der Schüler in Kärnten geboren.

1874/75 sind 46% der Eltern Kaufleute, Besitzer oder Unternehmer, 15% Handwerker.

1908/09 stammen nur mehr 20% der Schüler von Eltern, die Besitzer oder Unternehmer sind, der Anteil der Schüler aus Handwerkskreisen sinkt auf 5%. 1919 stammen nur 3% aus dem Arbeitermilieu.

Der Anteil der slowenischen Schüler liegt 1892/93 bei 10%, nach 1904 unter 5%, nach 1912 unter 2%, weil das Marianum in Klagenfurt für sie mehr Anziehungskraft hat.

Seit 1929 haben viele auswärtige Schüler keine Kostplätze mehr in Villach, weil sie zu teuer sind. 25% der Schüler fahren täglich zur Schule; die am weitest entfernten Herkunftsorte für die tägliche Fahrt sind Kolbnitz und St.Veit. Die langen Anfahrtswege sind mit sehr großen Zeitverlusten verbunden.

1877 173 Erstes Schuljahr mit 8 Klassen
1897 185 Die Schülerzahl stagniert, weil viele Schüler zum erweiterten Marianum in Klagenfurt (1895: 170 Schüler) und zum neuen Studentenheim in St. Paul (1895: 180 Schüler) abwandern. Daher regt Direktor Zeehe die Errichtung eines städtischen Studentenheims an.
1909   Mädchen dürfen erstmals die Schule besuchen. Drei Schülerinnen nehmen als "Privatistinnen" am Unterricht teil.
1919   Mädchen erhalten das Recht, als "öffentliche" Schülerinnen am Unterricht teilzunehmen (Zahl: 62).
1913 319 Neben dem Besuch von Mädchen tragen die Eröffnung der Karawanken- und Tauernbahn, die Vergrößerung der Staatsbahndirektion Villach und die Einrichtung der Eisenbahnwerkstätten zum Anwachsen der Schülerzahl bei.
1925 420 In der Zwischenkriegszeit sind die Kinder infolge der hohen Arbeitslosigkeit nur schwer in einem Beruf unterzubringen. So stellt der Mittelschulbesuch der Kinder für viele Eltern eine Verlegenheitslösung dar.
1928 464 148 Mädchen
1930 574 Es gibt erstmals 4 erste Klassen und 4 zweite Klassen, insgesamt 20 Klassen, aber nur 14 Klassenräume. Für zwei Klassen müssen zwei Lehrmittelzimmer geräumt werden, zwei Klassenzimmer werden von der Volksschule im Osttrakt zur Verfügung gestellt.
1935 785 263 Mädchen. Es kann kein Handarbeitsunterricht abgehalten werden, es gibt keine Räume für die physikalischen und chemischen Übungen, kein Sprechzimmer und kein Arztzimmer.
Aufgrund der großen Raumnot ersucht eine Villacher Abordnung im Ministerium um Mittel zur Abhilfe, aber die Bemühungen bleiben erfolglos. Die Gemeinde kann den alten Vertrag mit der Pflicht zur Bereitstellung der Räume nicht einhalten, weil sie die 500.000 Schilling für einen Ersatzbau der Volksschule nicht aufbringen kann.

 

Soziale Lage bis 1938

1872 Gründung des Studenten-Unterstützungsvereins mit dem Ziel, den armen talentierten Schülern die Studien an der Anstalt zu erleichtern. Er stellt diesen Schülern kostenlose Schulbücher zur Verfügung und sorgt für freie Mittag- und Abendkost. Weiters erhalten bedürftige Schüler Kleider und Schuhe.
1877: freie Mittagskost für 30 Schüler, Bücher und Hefte für 60, Kleidung für 20 Schüler.
1881: der Verein verfügt über Einnahmen in der Höhe von 655 Kronen
1909: die Einnahmen betragen 4665 Kronen
Die Spender sind vor allem die Villacher Bevölkerung, die Villacher Sparkasse, die Kärntnerische Sparkasse und der Kärntner Landtag. Außerdem werden immer wieder Veranstaltungen zugunsten des Unterstützungsvereins aufgeführt.
Die Mitglieder des Unterstützungsvereins errichten nach einer Sammlung, die 3692 Kronen ergibt, ein Studentenheim. Es wird 1899 im Burggebäude eröffnet und kann 14 bedürftige Schüler aufnehmen. Das Heim bietet neben der Wohnung und Heizung ein freies Frühstück, Bettwäsche, und ärztliche Behandlung gegen ein monatliches Kostgeld von 14 Kronen. Es werden nur deutschsprachige Kärntner aufgenommen. Mit dem ersten Weltkrieg verliert der Verein aufgrund der Geldentwertung all seine ersparten Gelder, sodaß das Heim geschlossen werden muß.
1887 Die "Johann-Widmannsche-Studien-Konviktstiftung in Villach" ersteht 253 Jahre nach dem Tode des Namensgebers. Zwölf Zöglinge werden aufgenommen, bis 1924 sind es insgesamt 100, die hier fast gänzlich versorgt werden. Die Stadtgemeinde verpflichtet sich, dem Konvikt die erforderlichen Räume im Schulgebäude Peraugasse Nr. 10 zu widmen. Der Erste Weltkrieg vernichtet das in Wertpapieren angelegte Vermögen der Stiftung, sodass die Zinserträgnisse für die Bedeckung des Konviktbetriebs nur mehr bis 1924 reichen.
1930 Das Schulgeld beträgt im ersten Halbjahr 6.573 und im zweiten Halbjahr 7.137 Schilling. 200 Schüler sind verpflichtet, das ganze Schulgeld zu zahlen, ca. 300 erhalten eine Ermäßigung, einer ist gänzlich befreit. Eine materielle Unterstützung gibt es nur mehr vom Studenten-Unterstützungsverein, der in dieser Zeit an bedürftige Schüler nur mehr Kleidung im Wert von durchschnittlich 800 und Lehrmittel um ca. 1.200 Schilling jährlich ausgeben kann. Dabei hätte gerade in der Zwischenkriegszeit so mancher Schüler eine finanzielle Unterstützung bitter nötig.

 

Lehrpläne bis 1938

1869 Beginn als Unterrealgymnasium mit Latein ab der 1. Klasse. Ab 1872/73 besteht in der 3. Klasse die Wahl zwischen Griechisch (18 Schüler) und Französisch (20 Schüler)
1873 / 74 In der 3. Klasse wählen 25 Schüler Griechisch und 12 Schüler Französisch, im Folgejahr besucht nur mehr 1 Schüler den Unterricht in Französisch.
1874 Umwandlung in ein achtklassiges Staats- und Obergymnasium
1878 Die erste Reifeprüfung
1878 / 79 Führung als reines Gymnasium mit Latein in allen Klassen und Griechisch ab der 3. Klasse, ohne Französisch. Bezeichnung: k.k.-Staatsgymnasium
  Freigegenstände: Französisch, Italienisch, Slowenisch, Englisch, Volkswirtschaftslehre, Darstellende Geometrie, Turnen, Gesang, Freihandzeichnen, Kurzschrift.
ab 1879 Für Schüler mit der Muttersprache Slowenisch ist der Besuch des Slowenischunterrichts verpflichtend. Bis 1900 gibt es einige Male an die 25 teilnehmende Schüler.
1901 / 02 Es wird zusätzlich eine Oberrealschule geführt, in der nicht der Griechischunterricht besucht werden muß. In der 3. und 4. Klasse wird wieder Französisch angeboten. Für ein besseres Fortkommen der Schüler im Gymnasium wird eine Vorbereitungsklasse eingeführt.
1903 / 04 Turnen als Pflichtgegenstand im Untergymnasium, ab 1907 auch im Obergymnasium. Ein erstes Wettturnen an der Schule findet 1911 statt. Einige Jahre vor dem ersten Weltkrieg werden für die Schüler der obersten Klassen Schießlehrgänge abgehalten.
1909 / 10 Umwandlung in ein Realgymnasium mit Französisch anstatt Griechisch und den zusätzlichen Fächern Darstellende Geometrie und Chemie in der Oberstufe. Diese Änderung erfolgte gemäß einem Ersuchens der Stadtgemeinde nach dem großen Aufschwung der technischen Wissenschaften zu Beginn des Jahrhunderts.
ab 1915 An schulfreien Nachmittagen und an Sonntagen werden soldatische Übungen und Geländespiele mit militärischem Charakter durchgeführt. An sechs Tagen im Schuljahr finden ganztägige Märsche mit militärischen Übungen statt.
22. 4.1919 Erlass, der die Gründung eines Elternrates möglich macht.
bis 1919 Erlässe für mehr Rechte der Schüler, zB: die Mitgliedschaft zu einem Verein wird gestattet, die Teilnahme am Religionsunterricht ist freiwillig. Daraufhin werden viele Burschenschaften und Verbindungen gegründet, zB. die pennalen Burschenschaften "Arminia" (1907) und "Cimbria" (1920), die katholisch-deutsche "Nibelungia" (1925), die Jungsängerschaft "Skalden" (1927). Die Schüler dürfen in Ausübung der Vereinsrechte Wirts- und Kaffeehäuser besuchen.
ab 1921 Einmal in der Woche wird ein "Freiluftnachmittag" für Spiele und Turnübungen und einmal im Monat wird anstelle des Unterrichts ein Wandertag durchgeführt. 1928 erhält jede Klasse pro Woche zwei Turnstunden vormittags und zwei Stunden nachmittags für Turnübungen und Spiele in freier Luft. 1930 wird die Zahl der Wandertage auf fünf pro Jahr beschränkt.
11. 4.1923 Erlass, gemäß dem zum ersten Mal ein Schularzt tätig wird.
1927 / 1928 Neuer Lehrplan. Die Schule bleibt ein Realgymnasium, und zwar nach der Form A: Latein ist die erste und Französisch die zweite Fremdsprache (erst ab der 5. Klasse). Deutsch und Mathematik erhalten mehr Stunden in der Unterstufe, die realen Fächer mehr Stunden zuungunsten der Fremdsprachen, Kurzschrift ist Pflichtgegenstand in der 4. Klasse, der Philosophische Einführungsunterricht wird in der 7. und 8. Klasse erteilt, die körperliche Ausbildung bildet einen besonderen Schwerpunkt.


Notengebung bis 1938

 

Bis 1961 stand dem Gymnasium nur der Westtrakt des Gebäudes zur Verfügung. Der Osttrakt beherbergte bis 1957 eine Volks- und Sonderschule, von 1957 bis 1961 die Handelsschule und Handelsakademie. Erst nach der Errichtung der neuen Handelsakademie im Jahre 1961 konnte das Mädchengymnasium im Osttrakt untergebracht werden.

Bis dahin herrschte an der Schule große Raumnot. Es gab Wanderklassen, in den Pausen herrschte größtes Gedränge auf Stiegen und Gängen, manchmal betätigten sich Professoren als "Verkehrsregler" an den Kreuzungen.

Die Klassenräume waren vielfach düster; die Öfen heizte man mit Holz und Kohle, in der Früh war es häufig in den Fensterreihen noch ziemlich kalt. Im Turnsaal wurden zwei Klassen gleichzeitig unterrichtet. Der Hof wurde für den Turnunterricht verwendet, bei Nässe verwandelte sich der Erdboden in Schlamm. Im Frühjahr 1953 kommt es zum wiederholten Mal zu einem Deckeneinsturz im Handarbeitssaal.

Trotz einiger Zubauten herrschte schon wieder Mitte der siebziger Jahre große Raumnot, beherbergte das Gebäude doch mehr als 2000 Schüler. In der Unterstufe mußte eine gleitende 5-Tage-Woche eingeführt werden. Die Umkleideräume der Turnsäle wurden zu Klassen umgestaltet und durch Teilungen von Gängen Gangklassen geschaffen. Für 39 Klassen standen nur mehr drei Sonderräume zur Verfügung.

Endlich genehmigte das Bautenministerium im Jahre 1978 die Pläne für eine Generalsanierung. Zur gleichen Zeit wurde das Grundstück des ehemaligen Straßenbauhofes frei. Durch den Einsatz und Weitblick der Verantwortlichen in Stadt und Land konnte dieses Areal für die Schule gewonnen und als Sportanlage ausgebaut werden.

Der Umbau gestaltete sich in Anbetracht des aufrechtzuerhaltenden Schulbetriebs und der Deckenauswechslung in allen Geschoßen besonders schwierig. Am 4.10.1982 fing bei Schweißarbeiten an Installationsrohren das Dachgeschoß des Altbaus im Osttrakt Feuer. Der Brand zerstörte den Dachstuhl des Osttrakts und einen Teil der darunterliegenden Decke, Personen wurden nicht verletzt.

Die Sanierung und Adaptierung des Turnsaaltrakts war im Sommer 1983 abgeschlossen, mit Beginn des Schuljahres 1984/85 auch jene im West- und Südwesttrakt, sodass nun wieder alle Unterrichtsräume zur Verfügung standen.

Am 12. 12. 1985 fand die Übergabefeier der generalsanierten und erweiterten Schule statt. Direktor Grießer konnte unter den hohen Festgästen begrüßen:

Bundesminister für Unterricht Dr. Herbert Moritz, Landeshauptmann Wagner, Bischof Dr. Egon Kapellari , Superintendent Mag. Paul Pellar.

Ministerialrat DI Schmelz vom Bautenministerium wies darauf hin, daß beim Umbau der Schule die niedrigsten Kosten (2.700 S) pro Kubikmeter umbauten Raumes angefallen sind.

Trotzdem beliefen sich die Gesamtbaukosten auf stattliche 94 Millionen Schilling.

 

Aufbau der IT - Struktur

Prof. Hans Strobl begann als Pionier und Einmannbetrieb mit dem Aufbau der digitalen Infrastruktur am Peraugymnasium, deren Nutzung heute für alle zur Selbstverständlichkeit geworden ist. Mit dem verpflichtenden Informatikunterricht in den 5. Klassen der AHS im September 1985 begann die Entwicklungsgeschichte der EDV-Infrastruktur im Peraugymnasium. Im Rückblick lassen sich deutlich drei Phasen unterscheiden.

1. Phase: 1985-1995 (Informatikunterricht in der Unter- und Oberstufe)

Für das Pflichtfach „Verbindliche Übung Informatik“ mit zwei Wochenstunden für alle Schüler der 5. Klassen ab dem Schuljahr 1985/86 wurde auch das Peraugymnasium vom Unterrichtsministerium mit 6 Computern ausgestattet.

Im Jahr 1990 galt laut einer Lehrplannovelle für die 3. und 4. Klasse die IT-Grundbildung als Unterrichtsprinzip in den Trägerfächern Deutsch, Englisch, Mathematik sowie Geometrisches Zeichnen und es gab die Unverbindliche Übung „Einführung in die Informatik“. Deshalb wurde in jeder AHS vom BMU ein Raum mit 14 vernetzten Stationen und einem Server für die Unterstufe ausgestattet.

Bis 1995 verfügte das Peraugymnasium über 2 EDV-Räume und eine PC-Station für die Bibliothek. Bis dahin erfolgte die Ausstattung mit Computern nur zentral durch das BMU.

2. Phase: 1996-2005 (Ausbau für den computergestützten Unterricht aller Fächer)

Das Jahr 1996 kann als Beginn einer Aufbauphase gesehen werden, die sich die Entwicklung einer bedarfsgerechten IT-Infrastruktur am Peraugymnasium zum Ziel gesetzt hatte. Dabei spielte Eigeninitiative eine große Rolle. Denn mit großer finanzieller Mühe der Schule und mit hohem persönlichen Engagement besonders seitens des damaligen Kustos für Informationstechnologie OStR Mag. Johann Strobl erfolgte die Einrichtung von zwei weiteren EDV-Räumen für die Informatik, von 10 Arbeitsstationen in der Bibliothek, von je einem PC in jedem Fachsaal und von 8 Stationen in PC-Inseln, die durch die Schüler frei genutzt werden konnten.

Ab 1997 ging die von Prof. Strobl jahrelang betreute erste Homepage der Schule online, die auch heute noch als Webarchiv zur Verfügung steht (www.peraugym.at).

Mit dem Schuljahr 1999/2000 war die multifunktionelle Bereitstellung des Internetzuganges an allen bis dahin vorhandenen Lehrer- und Schülerstationen der Schule abgeschlossen.

Mit der finanziellen Hilfe vieler Sponsoren und des BMU wurde 2001/02 ein weiterer Saal im zweiten Stock, der so genannte Computersaal, für die Informatik eingerichtet. Er verfügt über 34 PC-Plätze und bietet somit allen Schülern einer Klasse in jedem Unterrichtsfach einen eigenen PC zur Nutzung.

Bis zum Schuljahr 2004/05 wurden die Klassenräume und Lehrerarbeitsplätze im Konferenzzimmer und in den Kabinetten mit PCs ausgestattet, sodass so viele PC-Arbeitsplätze geschaffen wurden, wie für eine zeitgemäße Arbeitsweise erforderlich waren.

3. Phase: 2006-2016 (Schritthalten mit der laufenden Entwicklung)

In diesen Jahren wurde Verfügbarkeit der Computer für den Unterrichtsgebrauch sichergestellt, unzeitgemäße Hardware ausgewechselt und die Software auf den jeweils neuesten Stand gebracht.

Im Zuge der permanenten Modernisierung der IT-Struktur konnte beispielsweise im Schuljahr 2006/07 die Einrichtung aller Oberstufenklassen mit ortsfesten Projektoren realisiert werden.

2007/08 wurden auch alle 3. und 4. Klassen mit Beamern ausgestattet, mit 2008/09 fand die Beschaffung von Projektoren für alle Klassen im Stammbau ihren Abschluss.

Damit die für die Modernisierung der IT-Struktur erforderlichen Installations- und Wartungsarbeiten effizient durchgeführt werden konnten, wurden 2009 die internen Server auf ein Konzept der Firma iPack umgestellt, das auf den speziellen Bedarf von Schulen Bedacht nimmt. Die ständige Modernisierung der IT-Struktur für die Ausbildung der Schüler erhält durch den Elternverein der Schule laufend Unterstützung.

Anfang Dezember 2013 konnte Prof. Strobl, der Ende November 2013 in den Ruhestand übergetreten war, dem nachfolgenden IT-Kustos, Mag. Stefan Otti, eine seit 1985 aufgebaute IT-Infrastruktur mit 274 Computerarbeitsplätzen übergeben, die als bedarfsgerecht und zeitgemäß angesehen werden darf. Die Ressourcen dieser Struktur werden ständig gepflegt und erweitert.

Im Jahr 2014 wurde von Prof. Mag. Michael Mirnig eine neue Homepage programmiert und damit ein weiterer Meilenstein in der Qualitätsentwicklung gesetzt.

 

Von eLSA bis zur eEducation

e-learning im Schulalltag“ (eLSA) war ein Pilotpojekt für die AHS-Unterstufe, das vom BMBWK initiiert und begleitet wurde. 2003/04 wurde für das Bundesland Kärnten das Peraugymnasium für die Teilnahme an diesem österreichweiten Pilotprojekt des Bundesministeriums ausgewählt. 7 Unterstufenklassen beteiligten sich in den Fächern Englisch, Mathematik, Geschichte, Geografie, Biologie, Religion und Informatik an diesem Projekt. Unter „Blackboard“ versteht man in diesem Zusammenhang eine Lernplattform für Schüler und Lehrer, die es ermöglicht, Informationen über die Heim- oder Schul-PCs zur Verfügung zu stellen (Übungsaufgaben, Hausübungen, Rätsel etc.).

Mit diesem Instrument wird die Selbstständigkeit und Flexibilität der Schüler im Umgang mit elektronischem Unterrichtsmaterial gefördert, entweder alternativ oder ergänzend zum normalen Unterricht in Form von Projekten oder Einzelstunden.

eLSA-Zertifikat für das Peraugymnasium

Nicht nur für den eLSA-Koordinator, Prof. Edmund Huditz, sondern für die ganze Schule war es ein besonderes Ereignis, als am 17. Dezember 2008 dem Peraugymnasium als der ersten Schule Kärntens das eLSA-Zertifikat verliehen wurde. Während des Zertifizierungsverfahrens konnte eine repräsentative Auswahl von Schülern ihr großes Wissen im Umgang mit den modernen Medien unter Beweis stellen.

Bei der Zertifizierung wurde unter anderem darauf hingewiesen, dass das Peraugymnasium einen der schönsten Computersäle Österreichs hat und auch die Ausstattung der Klassenräume mit PCs, Beamern etc. weit über dem Durchschnitt österreichischer Schulen liegt.

Pilotprojekt eLSA-Advanced

2009/10 wurde das Peraugymnasium als erste Schule Kärntens in das Pilotprojekt eLSA-Advanced aufgenommen. Diese Auszeichnung verpflichtete die Schule, neue Entwicklungen im digitalen Bereich aufzugreifen und als eine Art Vorreiter mitzugestalten.

Dem kam die Schule beispielsweise insofern nach, als sie 2010 einen großen Schritt in Richtung elektronisches Klassenzimmer setzte, indem sie die alten Klassenbücher durch ein elektronisches Klassenbuch ersetzte.

Mit der Ausbildung von 3 EPICT-MentorInnen (European Pedagogical Information and Communication Technology Licence) befand sich die Schule im Ausbildungsbereich an der Spitze.

Dass viele Kolleginnen und Kollegen die Fortbildung auf dem Gebiet e-Learning sehr ernst nahmen und viel Zeit in die Gestaltuing digitaler Unterrichtseinheiten investierten, bewiesen unter anderem zwei Auszeichnungen für die e-Learning Aktivitäten, welche die Schule 2010/11 verliehen bekam: Sie erhielt den AHS-Preis der österreichischen Safer Internet Initiative und den österreichischen Lehrerpreis vom Lernquadrat für das Projekt „Serious Games – kooperativ erstellt“.

eLSA-Advanced vernetzt sich

2011/12 strebten die eLSA-Advanced Schulen untereinander eine bessere Vernetzung an. In Vernetzungsseminaren, die jeweils an einer anderen advanced Schule abgehalten wurden, präsentierte jede Schule ihre Schwerpunkte, die dann auch an anderen Schulen in Form von ähnlichen Projekten umgesetzt wurden, sodass es zu einer Verbreit(er)ung der einzelnen Schulschwerpunkte kam.

eEducation Austria

Unter der Dachmarke eEducation Austria werden seit dem Schuljahr 2016/17 alle bisherigen eLearning-Initiativen gebündelt. Das Peraugymnasium wurde aufgrund seiner umfangreichen Aktivitäten im Bereich digitales Lernen im Oktober 2016 im Rahmen der eEducation Experts Conference Eisenstadt als eEducation Expert Schule ausgezeichnet.

eLearning und Lernen mit neuen Medien

Besonders in den letzten Jahren war es dem Peraugymnasium wichtig, speziell die neuesten Medien, wie iPads, Smartphones oder Tablets in den Unterricht aller Gegenstände einzubauen. Zusammenfassend lässt sich Folgendes festhalten: Im Rahmen der Projekte eLSA und KidZ (Klassenzimmer der Zukunft) bot sich bisher das eLearning für die Schüler in unterschiedlichsten Formen an: Das Pflichtfach ITG (Informationstechnische Grundbildung inklusive Tastschreiben) in der Unterstufe und die Vorbereitung auf ECDL-Prüfungen, weiters die Onlineübungen für unterschiedliche Fächer oder die Arbeit mit der Lernplattform Moodle sollen als Beispiele dafür erwähnt werden. Durch die Verwendung neuester Technologien wurden die digitalen Kompetenzen der Schüler gefördert, um sie bestmöglich auf ihre Zukunft vorzubereiten.

 

Nachmittagsbetreuung an der Schule

Geänderte soziale und familiäre Verhältnisse Rechnung führen am Peraugymnasium zu einem schulischen Zusatzangebot, der Nachmittagsbetreuung .

Seit dem Schuljahr 1995/96 bot sich für die Schüler der Unterstufe (beginnend mit der ersten und zweiten Klasse) erstmals die Gelegenheit, an einer Nachmittagsbetreuung teilzunehmen, weil das Peraugymnasium vom LSR Kärnten als Standort einer Tagesheimschule ausgewählt wurde. Die Betreuung findet stets von Montag bis Freitag in der Zeit von 12.20 bis 16.30 Uhr statt. Sie umfasst ein gemeinsames Mittagessen, meistens im neuen Kolpingheim, individuelle Lerneinheiten und gemeinsame Freizeitaktivitäten. Der Betreuungsbeitrag betrug beispielsweise im Schuljahr 2003/03 monatlich 80 €, wenn der Schüler / die Schülerin fünf Mal pro Woche die Nachmittagsbetreuung besuchte. Es besteht die Möglichkeit, um eine Ermäßigung des Betreuungsbeitrages beim LSR anzusuchen. Die von den Betreuern erhaltenen Hilfestellungen und Anleitungen sowie das gemeinsame Lernen sollten die Arbeitsbereitschaft der Schüler erhöhen und deren Kreativität steigern.

Im September 1995 wurde das Tagesheim mit einer Gruppe bestehend aus 15 SchülerInnen der ersten und zweiten Klassen eröffnet.

Bis 2003/04 konnte bei den Anmeldungen eine deutliche Steigerung erzielt werden: In diesem Jahr nahmen bereits 54 SchülerInnen an der Nachmittagsbetreuung teil.

Seit 2008/09 kommt es jährlich etwa zu 80 bis 100 Anmeldungen. Die Schüler werden seitdem von ungefähr 15 Lehrpersonen betreut.

In all den Jahren gab es in der Nachmittagsbetreuung nicht nur Lernen und Stress, sondern auch viel Spaß und Abwechslung, etwa im Turnsaal oder am Freiplatz bei Fußballspielen. Neben den jährlich stattfindenden Fußball- und Floorballturnieren mit dem Gymnasium St. Martin wurde alljährlich zu Weihnachten Kuchen gegessen, Kinderpunsch getrunken, sowie ein Weihnachtsfilm gesehen und zu Ostern nach den versteckten Osternestern am Sportplatz gesucht. Seit 2012/13 durften sich die Schüler an regelmäßig stattfindenden musikalischen Nachmittagsstunden erfreuen.

Was den Umgang mit digitalen Medien betraf, kamen erstmals ab 2015/16 in den Lerneinheiten die neuen iPads in Verwendung.

 

Verleihung des Stadtwappens 2005

2004/05 hatte das Peraugymnasium doppelten Grund zum Feiern. Zum einen feierte die Schule ihr 135-jähriges Bestehen, zum anderen wurde dem erfolgreichen Gymnasium als erster Schule der Stadt Villach von Bgm. Helmut Manzenreiter am 25. Februar 2005 in stimmungsvollem Rahmen und im Beisein der wichtigsten Medienvertreter das Recht auf Führung des Villacher Stadtwappens verliehen.

Vor einer Reihe von Ehrengästen – Spitzen der Kommunalpolitik und Wirtschaft, Abgeordneten zum Nationalrat und Landtag, Vertretern der Geistlichkeit sowie den Altdirektoren HR Mag. Othmar Griesser und OStR Mag. Wilfried Ferigatto – betonten Dir. Dr. Christoph Zebedin und Bgm. Manzenreiter die engen wechselseitigen Beziehungen, die seit der Gründung des Peraugymnasiums 1869 – und zwar auf Antrag des damaligen Villacher Gemeinderates – zwischen der Stadt und dem Gymnasium bestehen.

Alle Festredner wünschten sich auch für die Zukunft eine noch engere Pflege der durch das Stadtwappen besiegelten Partnerschaft. Stadtwappen von Villach

 

Sanierungen und Zubau 2006-2018

Schülerklassen im WIFI untergebracht

Bis zum Schuljahr 2005/06 fand wegen der äußerst gespannten Raumsituation im Peraugymnasium der Unterricht ein paar Jahre für zahlreiche Schüler der Oberstufe in einigen Räumlichkeiten des Villacher WIFI-Gebäudes statt. Ab dem Schuljahr 2006/07, als die WIFI-Klasen erstmals nicht mehr zur Verfügung standen, mussten die Schüler im Gymnasium „noch enger zusammenrücken“. Deshalb war es sehr erfreulich, dass die Planungen und schwierigen Finanzverhandlungen für den Ausbau der Schule zu einem positiven Ergebnis führten.

Spatenstichfeier für den „Turm im Hof“ am 16. Mai 2008

Für den Zubau wurde am 16. Mai 2008 der Grundstein gelegt. Der Oberstufenchor, die Schulband und das Schulorchester sorgten für eine entsprechende musikalische Umrahmung dieses Ereignisses. Während der Sommerferien 2008 gab es die termingerechte Gleichenfeier. Aufgrund der geschickten und ausdauernden Verhandlungen von Dir. HR Dr. Christoph Zebedin konnte nach fleißiger Bautätigkeit in Rekordzeit – teils bei laufendem, ungestörtem Schulbetrieb – im zweiten Semester des Schuljahres 2008/09 der Zubau bezogen werden.

Nach einer Reihe von baulichen Veränderungen konnte am 19. Juni 2008 die völlig neu gestaltete Schulbibliothek unter Bibliothekar Mag. Kurt Koschutnig eröffnet werden (Bericht).

2010/11 kam es zur feierlichen Eröffnung des innovativen, von den Architekten DI Stefan Traninger und DI Ruth Walder geplanten Zubaus. Seitdem verfügte das Peraugymnasium über sechs neue Klassenräume, eine repräsentative Aula und über einen behindertengerechten Lift. Dir. OStR Herwig Hilber ließ 2016/17 diese neuen Klassenräume klimatisieren und auf dem Dach des Zubaus eine moderne Photovoltaikanlage errichten. Sie soll für eine ausgeglichene Energiebilanz beim Kühlen bzw. Heizen der Räume sorgen.

Durch großzügiges Sponsoring war es möglich, die Aula als Veranstaltungs- und Ausstellungsraum zu adaptieren. Am 22. November 2018 wurde sie im Zuge der Jubiläumsveranstaltungen in einem feierlichen Festakt in Paul Watzlawick-Begegnungsraum umbenannt.

Neugestaltung der „Traditionsecke“ in der Aula

Seit dem Schuljahr 1999/2000 gibt eine aktualisierte Schulchronik – versehen mit Bildern in chronologischer Reihenfolge – die wichtigsten Ereignisse in der wechselvollen Geschichte der Schule wieder. Untergebracht ist diese permanente Ausstellung in zwei Vitrinen aus dem historischen Inventar der Schule. Einige der zahlreichen alten Ansichten der Schule wurden gerahmt und hängen in der Aula. Mit dieser Traditionsecke verfügt das Peraugymnasium weiters über eine vollständige Porträtsammlung aller seiner Direktoren. Das anlässlich des 60. Schuljubiläums 1929 aufgestellte Kriegerdenkmal wich einem freundlichen Schulbuffet. Das Denkmal selbst wurde andernorts neu errichtet.

  

 

Schulleiter ab dem Jahr 1869

ab DirektorAnmerkungen / Lehrkörper
1869 Johann Krassnig 1869: ein weiterer Lehrer und der Stadtpfarrer von Villach
1881 Jakob Rappold  
1884 Andreas Zeehe 1900: 15 Lehrer
1907 Gottfried Flora  
1910 Eugen Giannoni, Dr. 1914 werden 7 Lehrer zum Militär eingezogen
1924 Ägyd Sonnleitner (prov. Leiter)
1926 August Mayr, Dr.  
1927 Heinrich Großmann (prov. Leiter)
1930 Hermann Pointner, Dr. 1937: 23 Professoren und 29 Hilfslehrer
1938 Friedrich Scheide, Dr. Kommissarischer Leiter der Oberschule für Jungen
1945 Karl Henhapl, HR 1964: 33 Lehrer (Knabengymnasium)
1970 Werner Janisch, Dr. (prov. Leiter)
1970 Herbert Kowatsch  
1974 Hans Fischer, Dr. (prov. Leiter)
1975
Othmar Griesser, HR 1976: 57 ProfessorInnen
1996 Wilfried Ferrigato (prov. Leiter), 96 ProfessorInnen
1997
Christoph Zebedin, Dr. HR 2010: 106 ProfessorInnen
2010 Herwig Hilber, HR 2016: 110 ProfessorInnen
2019 Franz Petautschnig, Mag. (prov. Leiter)
2020 Felix Kucher, Dr. (prov. Leiter)