War früher wirklich alles besser?

War früher wirklich alles besser? 

Dieser Frage gingen die Schülerinnen und Schüler der Klassen 4B, 4D und 4G am Montag, dem 29. Juni 2026, im Rahmen eines eindrucksvollen Zeitzeugengesprächs am Peraugymnasium nach. 

Zu Gast war Elfriede Lassnig (Jahrgang 1937), die die Jugendlichen mit auf eine bewegende Reise in ihre Kindheit und Jugend während des Zweiten Weltkriegs nahm. Mit großer Offenheit berichtete sie von ihrem Aufwachsen in unmittelbarer Nähe des Konzentrationslagers Ebensee und davon, wie die Gestapo ihre Mutter verhaftete, weil diese Häftlingen des Konzentrationslagers geholfen hatte. 

Besonders eindrücklich schilderte Frau Lassnig ihre Erlebnisse während der Bombardierung von Attnang-Puchheim – gemessen an der Einwohnerzahl der opferreichste Bombenangriff auf eine österreichische Stadt – sowie die ständige Angst vor Tieffliegerangriffen. Ihre persönlichen Erinnerungen machten deutlich, wie sehr Krieg den Alltag der Menschen bestimmte und wie entscheidend Zusammenhalt, Mut und gegenseitige Hilfe für das Überleben waren. 

Darüber hinaus wurde den Schülerinnen und Schülern bewusst, dass das Ende des Zweiten Weltkriegs am 8. Mai 1945 keineswegs das Ende aller Sorgen bedeutete. Frau Lassnig berichtete auch von den Herausforderungen und Entbehrungen der Besatzungszeit, die das Leben vieler Menschen noch über Jahre hinweg prägten. 

Das Zeitzeugengespräch vermittelte eindrucksvoll, welche Opfer die Menschen damals auf sich nehmen mussten und wie sie dennoch Hoffnung schöpften und mit großer Dankbarkeit selbst die kleinen Dinge des Lebens schätzten. 

Gerade in einer Zeit, in der demokratische Werte zunehmend unter Druck geraten, radikale Strömungen an Einfluss gewinnen und gesellschaftliche Gleichgültigkeit wächst, sind persönliche Erinnerungen wie jene von Elfriede Lassnig von unschätzbarem Wert. Sie machen Geschichte greifbar und erinnern uns daran, wie wichtig Menschlichkeit, Zivilcourage und ein verantwortungsvoller Umgang mit unserer Vergangenheit sind. 

Ein herzlicher Dank gilt Frau Lassnig, die ihre bewegenden Erinnerungen mit unseren Schülerinnen und Schülern geteilt und damit einen wertvollen Beitrag zur historisch-politischen Bildung geleistet hat. Solche Begegnungen tragen dazu bei, dass Geschichte nicht nur gelernt, sondern auch verstanden und bewahrt wird. 

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